Schmerzensgeldtabelle

Schmerzensgeldtabellen

Geschädigte können sich anhand der nachfolgenden Schmerzensgeldtabellen (Schmerzensgeldkataloge) einen Überblick verschaffen, welche Schmerzensgeldbeträge für welche Verletzungen z.B. nach einem Verkehrsunfall, Motorradunfall, Hundebiss, Reitunfall oder durch eine Körperverletzung der Höhe nach von den Versicherungen gezahlt bzw. von Gerichten ausgeurteilt worden sind. Die Schmerzensgeldtabelle können Sie in verschiedenen Sortierungen abrufen.

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Aktuelle Urteile zum Schmerzensgeld:

3.000 € Schmerzensgeld für Brustwirbelfraktur bei 50%-iger Mithaftung. OLG Hamm (31. Zivilsenat), Hinweisbeschluss vom 27.05.2019 - 31 U 23/19

5.000 € Schmerzensgeld. Verletzungen: dislozierte Sternumfraktur, HWS-Distorsion, beidseitige Knieprellung, Beckenprellung mit einem dreitägigen Krankenhausaufenthalt und einer Krankschreibung bei einer
Arbeitsunfähigkeit von 100 % für 2 Monate, physiotherapeutische Behandlung. OLG Brandenburg, Urteil vom 17. Juni 2019 – 12 U 179/18

15.000 € Schmerzensgeld bei Vergewaltigung im Adhäsionsantrag: BGH (1. Strafsenat), Beschluss vom 11.04.2019 - BGH Aktenzeichen 1 StR 690/18
OLG Dresden (Aktenzeichen: 1 U 19/16) bekräftigt Ausschluss von Schmerzensgeld und Schadensersatz nach Arbeitsunfall

Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs erfasst der Begriff der "gemeinsamen Betriebsstätte" betriebliche Aktivitäten von Versicherten mehrerer Unternehmen, die bewusst und gewollt bei einzelnen Maßnahmen ineinander greifen, miteinander verknüpft sind, sich ergänzen oder unterstützen, wobei es ausreicht, dass die gegenseitige Verständigung stillschweigend durch bloßes Tun erfolgt. Erforderlich ist aber ein bewusstes Miteinander im Betriebsablauf, das sich zumindest tatsächlich als ein aufeinander bezogenes betriebliches Zusammenwirken mehrerer Unternehmen darstellt. § 106 Abs. 3 Alt. 3 SGB VII ist nicht schon dann anwendbar, wenn Versicherte zweier Unternehmen auf derselben Betriebsstätte aufeinander treffen. Eine "gemeinsame" Betriebsstätte ist nach allgemeinem Verständnis mehr als "dieselbe" Betriebsstätte; das bloße Zusammentreffen von Risikosphären mehrerer Unternehmen erfüllt den Tatbestand der Norm nicht. Parallele Tätigkeiten, die sich beziehungslos nebeneinander vollziehen, genügen ebenso wenig wie eine bloße Arbeitsberührung. Erforderlich ist vielmehr eine gewisse Verbindung zwischen den Tätigkeiten als solchen in der konkreten Unfallsituation, die eine Bewertung als "gemeinsame" Betriebsstätte rechtfertigt. Der Haftungsausschluss nach § 106 Abs. 3 Alt. 3 SGB VII ist (nur) im Hinblick auf die zwischen den Tätigen verschiedener Unternehmen bestehende Gefahrengemeinschaft gerechtfertigt (BGH, Urteil vom 16. Dezember 2003, Az.: VI ZR 103/03, aaO mwN). Eine Gefahrengemeinschaft ist dadurch gekennzeichnet, dass typischerweise jeder der (in enger Berührung miteinander) Tätigen gleichermaßen zum Schädiger und Geschädigten werden kann. Der Haftungsausschluss knüpft daran an, dass eine gewisse Verbindung zwischen den Tätigen bei konkreten Arbeitsvorgängen (BGH, Urteil vom 1. Februar 2011, Az.: VI ZR 227/09, aaO) in der konkreten Unfallsituation gegeben ist, die die "gemeinsame" Betriebsstätte entscheidend kennzeichnet.

Schwere Knieverletzung, 3 Monate Krankenhaus, dauerhafte Minderung der Erwerbsfähigkeit von 20%= Schmerzensgeld 10.000 €


In einem aktuellen Urteil vom 17.01.2017 hat das OLG Hamm ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 € für eine schwere Knieverletzung angemessen erachtet:

"Im Hinblick auf die überdurchschnittlich schwere Knieverletzung, die dreimonatige stationäre Behandlung, die Schmerzmedikation, die dauerhafte Minderung der Erwerbsfähigkeit um 20%, den komplikationsreichen Heilungsverlauf und einen weiteren Bruch der Platte und nachfolgender Operation sowie einer dauerhaften Einschränkung der Mobilität der Klägerin sei ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000,- Euro angemessen. Die Klägerin habe auch im Rahmen ihrer Anhörung glaubhaft und nachvollziehbar dargelegt, dass sie aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität (Zuhilfenahme eines Rollators) auch die Teilnahme an Studienreisen und das Fahrradfahren aufgegeben habe und somit eine Einbuße an Lebensqualität und Lebensfreude erlitten habe."

Gerade bei Verletzungen nach Körperverletzungen, Überfällen und anderen Straftaten, spielen für die Höhe des Schmerzensgekldes auch die wirtschaftlichen Verhältnisse des Schädigers und des Geschädigten eine Rolle.

Ein mit zu berücksichtigender Umstand kann dabei die Verletzung einer „armen“ Partei durch einen vermögenden Schädiger etwa bei einem außergewöhnlichen „wirtschaftlichen Gefälle“ sein. Indem der (Tat-)Richter in einem ersten Schritt alle Umstände des Falles in den Blick nimmt, sodann die prägenden Umstände auswählt und gewichtet, dabei gegebenenfalls auch die (wirtschaftlichen) Verhältnisse der Parteien zueinander in Beziehung setzt, ergibt sich im Einzelfall, welche Entschädigung billig ist (Vereinigte Große Senate, Beschluss vom 16. September 2016 - Aktenzeichen VGS116 VGS 1/16, aaO, Rn. 56, 70).

BGH, Beschluss vom 11.05.2017 - BGH Aktenzeichen 2 StR 420/15
Keine Mithaftung beim Schmerzensgeldanspruch, weil Motorradfahrer bei einem Unfall keine Motorradstiefel getragen hat

Den Fahrer eines Motorrades trifft kein Mitverschulden, wenn er innerhalb geschlossener Ortschaften keine Motorradstiefel trägt und es zu Bein-/ Fußverletzungen nach einem Unfall kommt.

"Der Einwand, der Berufungsbeklagte müsse sich gem. § 9 StVG i.V.m. § 254 Absatz I BGB ein Mitverschulden anrechnen lassen, weil er statt Motorradstiefeln unstreitig nur Turnschuhe trug, ist, wie auch bereits im Ersturteil zutreffend ausgeführt, unbegründet. Ob die streitgegenständlichen Verletzungen überhaupt durch das Tragen eines festeren Schuhwerks verhindert worden wären bzw. zumindest weniger schwerwiegend ausgefallen wären, kann daher dahin gestellt bleiben.

Es existiert gem. § 21 a STVO zwar eine gesetzliche Helmpflicht, aber keine darüber hinausgehende Pflicht, besondere Motorradschutzkleidung wie etwa Motorradstiefel zu tragen. Zwar ist allein deswegen eine Anspruchskürzung gem. § 9 StVG i.V.m. § 254 Absatz I BGB noch nicht ausgeschlossen. Ein Mitverschulden ist nämlich bereits dann anzunehmen, wenn der Verletzte diejenige Sorgfalt außer Acht lässt, die ein ordentlicher und verständiger Mensch zur Vermeidung eigenen Schadens anzuwenden pflegt. Dass festere Schuhe grundsätzlich einen besseren Schutz bieten, ist allgemein bekannt. Allerdings liegen dem Senat keine belastbaren Zahlen vor, wonach es hinsichtlich der hier maßgeblichen Zeit des streitgegenständlichen Verkehrsunfalls vom 06.11.2012 dem allgemeinen Verkehrsbewusstsein entsprochen hätte, dass es für Leichtkraftradfahrer innerhalb geschlossener Ortschaften erforderlich ist, Motorradstiefel zu tragen

OLG München, Endurteil vom 19.05.2017 - Aktenzeichen 10 U 4256/16

Auf unserer Seite Schmerzensgeldtabelle24.de (Stand: 2017) haben wir für Sie eine Vielzahl von Verletzungen mit den dazugehörigen aktuellen Schmerzensgeldbeträgen aufgelistet. Falls Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gerne an uns wenden. Nutzen Sie das untenstehende Formular oder rufen Sie uns an unter 05231/308140 oder schreiben Sie uns eine E-Mail an pott@rpp.de.